Der Mann der niemals Lebte

Januar 12th, 2009 | Kategorien: Film | Tags: ,

Jetzt schreib ich doch was zu dem Film … Eigentlich wollte ich mir das ja sparen, aber so hin und hergerissen war ich schon lange nicht mehr.

Die Quintessenz: Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Der Plot (Amerikanischer Geheimdienst jagt Top Terrorist) ist nicht unbedingt besonders innovativ, wird aber relativ vielschichtig umgesetzt. Es ist keine strikte schwarz / weiß Zeichnung der Verhältnisse, sondern geht einem teilweise sehr Nahe.

Ferris (vorne) und Hoffman

Was dem Film gut gelingt ist die Vermittlung einer relativ düsteren Athmosphäre. Der Protagonist Roger Ferris ist relativ idealistisch und versucht sein möglichstes das Leben seiner Informanten und Mitstreiter zu unterstützen. Er kommt vornehmlich im Nahen Osten zum Einsatz, dort spielt sich auch der Großteil der Handlung ab.

Sein Vorgesetzter Ed Hoffman bringt schonmal gerne die Kinder zur Schule oder besucht ihre Fussballspiele, während er mit Ferris seinen Einsatz bespricht. Obwohl man annehmen sollte, dass er als Vorgesetzter über die Verhältnisse bei seinem Agenten informiert ist, fällt er seine Entscheidungen auf eine sehr überhebliche Art und Weise. Ich war versucht, “amerikanisch” als Adjektiv dafür zu nutzen.

Diese beiden  Hauptdarsteller sind meiner Meinung nach mit das Beste am Film. Inmitten der teilweise bizarren Handlung kommt zumindestens DiCaprio als Roger Ferris immer authentisch rüber.

Ab jetzt dann (gemäßigte)  Spoiler voraus:

Die erste Stunde des Films dümpelt vor sich hin, leider ohne einen wirklich erkennbaren roten Faden. Man hat das Gefühl, die Handlung bewegt sich keinen Milimeter von der Stelle. Wäre die oben beschriebene Athmosphäre nicht so dicht, hätte ich das Kino hier fast verlassen.

Aber die Szenen, gewissermaßen jede für sich, hatten dann durchaus Potenzial. Ferris trifft hier mit Informanten zusammen, die er zu schützen versucht. Baut Kontakte zum Jordanischen Geheimdienst auf (und wird dabei indirekt von seinem Vorgesetzten torpediert). Oder lernt einfach nur etwas über “arabische Verhältnisse”. Diese Szenen sind jede für sich sehr gut gemacht, “lediglich” der Zusammenhang fehlt.

Dann nimmt die Handlung plötzlich Fahrt auf. Ferris kommt auf die Idee, einen Top Terroristen zu “erfinden”, um das eigentliche Ziel aus der Reserve zu locken. Hier findet man dann endlich den lange gesuchten roten Faden, plötzlich bilden sich Zusammenhänge. Hätte man nicht den ganzen Film weitestgehend unter dieser Handlung vorantreiben können ..?

Das Ende ist dann relativ unspektakulär, bindet sich aber gut in den Gesamtkontext ein: Ferris lässt sich an die Terroristen ausliefern um seine Herzensdame zu retten, sein Vorgesetzter verbockt es ihn aus der Situation zu befreien und am Ende müssen die Jordanier dann aufräumen.

Fazit: Mit einer durchgehend klaren Handlung wäre der Film echt gut geworden! 6 IMDB Punkte dafür von mir.

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